4-12-3 Comte Vexin

Louis César de Bourbon
Comte de Vexin, Abbé de Saint-Denis

(20.06.1672 - 10.01.1683)



Am 20.06.1672 kam Louis César de Bourbon als unehelicher Sohn des Sonnenkönigs und dessen Mätresse Madame de Montespan auf Château du Génitoy zur Welt.

Die Gesundheit des Jungen war von Beginn an schwach und Madame Scarron (später Madame de Maintenon), die Gouvernante, hatte große Zweifel, ob der Junge lange lebt. Er wies Entwicklungsstörungen auf, hatte eine schiefe Wirbelsäule, eine seiner Schultern stand höher als die andere und er war bucklig.

Nach dem Wunsch des Königs wurde der Junge auf den Namen Louis César getauft.
Bis zu seiner Legimitation am 20.12.1673 lebte Louis César wie auch seine Geschwister im Schatten des Hofes.
Als vom König anerkannter Sohn erhielt er den Titel Comte de Vexin. Wegen seiner schwachen Gesundheit wurde er für die religiöse Laufbahn vorgesehen und Louis XIV. ernannte ihn zum Abbé de Saint Denis.


Comte de Vexin mit Madame de Maintenon

Gemeinsam mit seinen Geschwistern und der Gouvernante Madame Scarron zog der Comte de Vexin 1674 in den Palast von Versailles um.
Dort versuchten die Ärzte alles, um den Buckel des Jungen verschwinden zu lassen und unterzogen das Kind allen möglichen Behandlungen, was diesem jedoch mehr schadete, als half.
Ab 1675 verschlechterte sich Louis Césars Gesundheit immer mehr. Seine Mutter sowie Madame de Thianges, seine Tante, beaufsichtigten ihn rund um die Uhr und sogar Königin Marie-Thérèse erkundigte sich nach dem Befinden des armen Jungen. Man fürchtete den baldigen Tod.
Doch Louis César überlebte und erholte sich.

Drei Jahre später erlebte der Junge einen herben gesundheitlichen Rückschlag und konnte das Bett nicht mehr verlassen.
Da der König die Beziehung zu Madame de Montespan eingestellt hatte, verbrachte diese einen Großteil ihrer Zeit am Krankenbett des Sohnes.
Monatelang wachte sie an seinem Bett, die ganze Nacht hindurch.

Am 10.01.1683 verstarb der 10-Jährige unter Schmerzen. Man musste seine trauernde Mutter regelrecht vom Bett des Verstorbenen losreißen.
Louis César de Bourbon wurde in der Abtei von Saint-Germain-des-Prés in Paris beigesetzt.


Kurz vor seinem Tod wandte sich der Comte de Vexin mit folgenden Worten an seine ehemalige Gouvernante Madame de Maintenon, die nunmehr die Geliebte des Königs war:
 

«Madame, tout le temps que vous avez été commise pour surveiller ma conduite, j'ai tâché, autant qu’il a été en moi, de vous obéir pour montrer ma déférence à mes parents qui vous avaient placée auprès de nous.
Madame de Thianges, que j’aime pourtant de tout mon cœur, s’est bien trompée et, sans le vouloir, a bien trompé sa sœur en l’assurant que vous étiez franche et bonne, tandis que vous n’êtes ni l’un ni l’autre.

Ne croyez pas que ce soit l’amour que vous portez à Monsieur du Maine qui inspire de la jalousie et qui m’empêche de vous aimer.
Non, c’est parce que vous m’avez toujours conseillé la dissimulation, que vous me repreniez avec humeur quand je disais ce que je pensais, et que vous ne vous êtes pas cachée devant nous de ne pas aimer Madame de Montespan, tandis qu’elle vous comblait de bontés.

Cela est vilain d’être ingrat, et je le dis devant ma bonne amie* et devant Madame de Thianges**:

Vous êtes une ingrate.»


* ma bonne amie = Bezeichnung, die der Comte de Vexin liebevoll für seine Mutter verwendet
** Mme de Thianges = Tante des Comte, Schwester der Montespan

deutsche Übersetzung:

«Madame, die ganze Zeit, in der es Ihre Aufgabe war, mein Betragen zu überwachen, habe ich mich soweit es mir möglich war, bemüht, Ihnen zu gehorchen, um damit meine Ehrerbietung gegenüber meinen Eltern zu beweisen, welche Sie hier bei uns eingesetzt haben.
Madame de Thianges, die ich von ganzem Herzen liebe, hat sich jedoch ziemlich geirrt und hat, ohne es zu wollen, ihre Schwester recht getäuscht, indem sie versicherte, dass Sie aufrichtig und gut seien, wohingegen Sie weder das eine noch das andere sind.

Glauben Sie nicht, dass es die Liebe, die Sie Monsieur du Maine entgegenbringen, ist, die in mir Eifersucht auslöst und mich davon abhält, Sie zu mögen.
Nein, es ist, weil Sie mir immer geraten haben, zu schweigen, weil Sie mich immer temperamentvoll verbessert haben, wenn ich sagte, was ich dachte, und weil sie es nie vor uns verborgen haben, dass Sie Madame de Montespan nicht mögen, während sie Sie mit Güte überhäufte.

Es ist böse, undankbar zu sein, und ich sage das vor meiner guten Freundin* und vor Madame de Thianges:

Sie sind eine undankbare Frau.»


* Bezeichnung, die der Comte de Vexin liebevoll für seine Mutter verwendete


 

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